Leise Sehnsucht nach zweitem Kind?

Meine kleine ist gerade 3 Jahre alt geworden und ich liebe diese Kleinkindphase. Sie sind selbstständiger, haben einen eigenen Charakter und reden so viel lustiges Zeug. Ich muss so oft Lachen, so richtig mit Lachflash und Tränen in den Augen. Ich genieße diese Zeit sehr. Ich verspüre zum ersten Mal seit 3 Jahren wieder Lebensenergie. Ich verstehe mein Kind, mein Kind versteht mich und wir sind ein eingespieltes Team. Unsere kleine Familie ist angekommen und ich liebe das Leben.

Manche Eltern empfinden die Kleinkindphase als anstrengend. Sie kommen mit der Trotzphase und den Wutausbrüchen nicht zurecht. Ich dagegen empfand die Babyzeit als sehr fordernd. Ich habe gefühlt 24 Stunden am Tag die Trage angehabt oder den Kinderwagen vor mich hergeschoben. Meine Brüste waren für 1,5 Jahre Schnuller und Nahrungsquelle zugleich. Tagsüber war zu wenig Milch da und nachts viel zu viel. Apropos Nacht, Schlafmangel war mein ständiger Begleiter. Mein Körper ist leider gar nicht gut auf den Schlafmangel klargekommen. Entsprechend war meine Laune auch. Irgendwo las ich mal, dass Schlafentzug als Foltermittel eingesetzt wird, ja genau so habe ich den Schlafentzug wahrgenommen: als Folter. Wären da nicht diese süßen Kulleraugen und roten Pausbacken. Das Kindchenschema – ein raffinierter Trick von Mutter Natur. Man kann einfach nicht anders als Babys zu lieben. Manchmal frage ich mich ob nicht meine Schwangerschaftsvergiftung gegen Ende der Schwangerschaft Grund für meine schlechte körperliche Verfassung war, ich musste noch ein halbes Jahr nach der Entbindung blutdrucksenkende Medikamente nehmen. Ich glaube mein Körper hatte sich einfach nicht erholen können. Ich habe keine Kraft schöpfen können, ich wusste nicht wie. Rückblickend hätte ich einfach mehr Hilfe annehmen sollen.

Vor circa einem Jahr, also wo meine Tochter 2 Jahre alt war, begannen Freunde, die ein gleichaltriges Kind haben nun Nachwuchs freudig zu verkünden. Ich freute mich immer so riesig für meine Freunde, verspürte aber zu der Zeit selbst keinen Wunsch nochmal ein Kind zu kriegen. Wir waren uns zu der Zeit sicher, dass für uns die Familienplanung mit 1 Kind abgeschlossen ist. Für meinen Mann, der sich noch nie sicher war, ob er überhaupt Kinder haben möchte, war es jetzt auch endgültig: er ist superglücklich mit unserer Tochter, aber er möchte definitiv kein 2tes Kind mehr. Aus diesem Grund ließ er eine Sterilisation, also eine Vasektomie durchführen. Die Unfruchtbarkeit tritt aber nicht sofort nach dem Vasektomie Eingriff ein, da es noch einige Zeit dauert, bis alle Spermien ausgespült werden. In dieser Zeit waren wir etwas unvorsichtig und so war mir plötzlich einige Tage übel und ich bildete mir in dieser Zeit eine Schwangerschaft ein. Der Arzt diagnostizierte aber kein Baby sondern eine Magenschleimhautentzündung. Ich war irgendwie ein wenig enttäuscht. Plötzlich war ich verwirrt was ich da fühlte, ist da plötzlich doch eine leise Sehnsucht nach einem zweiten Kind? Für mich gibt es eigentlich keine Chance mehr mit meinem Mann Schwanger zu werden, außer mein Mann lässt die Sterilisation rückgängig machen. Was aber definitiv nicht passieren wird. Ich denke es muss aber auch mehr als eine leise Sehnsucht da sein, ein richtiger Wunsch. Denn ein zweites Kind heisst, alles nochmals von vorne zu machen und ich weiss nicht ob ich das möchte und auch physisch und psychisch in der Lage bin. Meine Tochter kann sich an einer gesunden Mama erfreuen, die gute Laune hat.  Ich hoffe, dass sie es mir später nicht nachträgt, dass sie keine Geschwister hat.

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